Altmühlsee

  

Christoph Moning; überarbeitet von Christoph Völlm

Stand: November 2004

Der Altmühlsee ist zwischen 1984 und 86 als Hochwasserzwischenspeicher auf einem der wichtigsten Wiesenbrütergebiete Bayerns entstanden. Innerhalb der weitgehend ungestörten Naturschutzzone im Norden des neuen Gewässers entwickelte sich die künstlich angelegte Inselzone zu einem bedeutenden Brut- und Rastplatz mit alljährlich über 200 verschiedenen Vogelarten.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert. Alternativ als Wanderung um den See.

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht


Interessante Arten:

Schwarzkopfmöwen erscheinen ab Ende März und brüten im Gebiet. Ebenso brüten Schwarzhalstaucher, Blaukehlchen, Beutelmeise, Rohrweihe und Wasserralle. Silberreiher, Brandgans und Eisvogel gehören zu den regelmäßigen Gästen am See. Am Interessantesten sind die Zugzeiten. Dann können Rothalstaucher (selten), Wander- und Baumfalke, Fischadler, Schwarz- und Rotmilan, Knäkente, Zwergmöwe, Trauerseeschwalbe, Raubseeschwalbe und Schwarzstorch beobachtet werden.

Besonders artenreich sind die Limikolen vertreten: Während Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine und Rotschenkel in der Umgebung brüten, rasten Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer, Sanderling, Regenbrachvogel, Zwergstrandläufer und Kiebitzregenpfeifer in jedem Jahr. Ende April zieht fast alljährlich die Schmarotzerraubmöwe durch.

Im Winterhalbjahr sind vor allem Enten wie Pfeif-, Krick-, Schell-, Tafel-, Löffel-, Spieß- und Schnatterente interessant. Dann können Gänse- seltener auch Mittel- und  Zwergsäger beobachtet werden. Selten aber nahezu alljährlich zählen Bläss- und Saatgans, Kornweihe, Raufußbussard und Merlin zu den Wintergästen.

Immer wieder wurden auch Seltenheiten wie Zitronenstelze, Pazifischer Goldregenpfeifer, Buschrohrsänger und Schreiadler gemeldet.


Lebensräume: 

Das Naturschutzgebiet im Norden des Altmühlsees nimmt etwa zwei Fünftel der Seefläche ein. 120 ha davon entfallen auf die eigentliche Inselzone, in welcher der natürlichen Vegetationsentwicklung freier Lauf gelassen wird. Dieses Gebiet setzt sich aus freier Seefläche, Flachwasserbereichen, Schilfzonen, Feuchtwiesen und Gebüschen mit einzelnen Bäumen zusammen. 


Information:

Umweltstation Altmühlsee
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
Schlossstrasse 2

D-91735 Muhr am See
Tel.: 09831/4820
Fax: 09831/1882
email:
altmuehlsee@lbv.de

Internet:

http://www.lbv.de/altmuehlsee  LBV-Naturschutzzentrum Altmühlsee. Hier finden sich nahezu täglich aktualisiert die neuesten Beobachtungen aus dem Gebiet. Außerdem kann man sich hier die jährlich erscheinenden Altmühlseeberichte bestellen, die über alle im bearbeiteten Jahr nachgewiesenen Vogelarten informieren.

http://www.altmuehltal.de/gunzenhausen/vogelinsel.htm  Vogelinsel im Altmühlsee


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Die nächsten Bahnhöfe sind Gunzenhausen und Muhr am See (http://www.bahn.de/)

Mit dem Auto: Über die B 13 Ansbach-Weißenburg.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Sehr gute Beobachtungsmöglichkeiten ergeben sich auf der Beobachtungsplattform auf der ansonsten unzugänglichen und nicht betretbaren Vogelinsel (1) im Norden des Gebietes. Der Turm kann zu Fuß von einem Parkplatz südlich von Muhr am See aus erreicht werden (P1). Vom Ringdamm führt eine Fußgängerbrücke zur Insel. Im Herbst kann man vom Ringdamm aus, auf die toten Bäume der Vogelinsel blickend, oft Fischadler beobachten.

Ein weiterer, oft lohnender, Beobachtungspunkt während des Vormittags (Sonne!) ist der Ringweg auf dem Damm nordwestlich des Surfzentrums (2). Auch das Hafengelände bei Schlungenhof (3) ist zu dieser Tageszeit lohnend. Man parkt auf den ausgeschilderten Parkplätzen und geht das letzte Stück bis zum Ufer zu Fuß. Bei niedrigem Wasserstand gibt es am Ufer Schlickflächen und man wird zur Zugzeit verschiedene Limikolen finden.

Ab dem Nachmittag lohnt sich der Blick vom Uferweg bei Wald (Seezentrum Wald: 4). Im Sommer kann man von dort Seeschwalben und Möwen sehen. Im Winter rasten neben Möwen zahlreiche Gründel-, Tauch- und Meeresenten sowie verschiedene Sägerarten.

Obwohl große Teile des ursprünglichen  Wiesenbrütergebietes durch den See verdrängt wurden, lohnt sich immer noch der Blick in die Wiesen nordwestlich des Sees. Das Gebiet wird Wiesmet genannt (5). Gute Einblicke hat man von der Straße zwischen Muhr am See und Streudorf sowie bei Mörsach, das nordwestlich von Streudorf liegt: In Mörsach biegt man von Streudorf kommend bei der Kirche rechts Richtung See / Flussbad ab und parkt beim Kiosk. Über eine Brücke überquert man zu Fuß den Altmühlzuleiter und läuft nach links am Zuleiter entlang zu einer Beobachtungsplattform. Von hier aus hat man den besten Blick über die weitläufigen Wiesen. Zu beachten ist das strikte Betretungsverbot der Grünländer zwischen dem 01.04. und dem 30.06. zum Schutz der Wiesenbrüter!! Im Herbst und Winter hat man hier gute Chancen auf Kornweihe, Raufußbussard und Merlin.

Dem motivierten Beobachter steht weiterhin die Umrundung des Altmühlsees als Wanderoption offen (gestrichelte Linie). Dabei wird man sicherlich mehr sehen, als wenn man nur die besten Stellen anfährt. 


 

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