Die Donau zwischen Regensburg und Vilshofen
Christoph Moning
Stand: Juni 03
Trotz der weitreichenden baulichen Änderungen, die an diesem Donauabschnitt in den letzten Dekaden durchgeführt wurden, können hier immer noch schöne Beobachtungen gemacht werden. Besonders als Rast- und Durchzugsgebiet hat dieser riesige Bereich immer noch Bedeutung. Das Fahrrad bietet sich als Transportmittel an, da der Dammkronenweg entlang der Donau mit dem Fahrrad befahrbar ist. Wer jedoch ausgewählte Bereiche an einem Tag besuchen möchte, ist wegen der großen Distanzen auf das Auto angewiesen.
Voraussetzungen:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit dem Fahrrad kombiniert
Ausrüstung: Spektiv und Fernglas
Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht
Interessante Arten:
Das Gebiet ist besonders als Rastgebiet von Bedeutung. Die Donau dient zudem als wichtige Leitlinie im Vogelzug. Zur Zugzeit sieht man beispielsweise regelmäßig Greifvögel wie Wespenbussarde, Schwarzmilane, Rohrweihen und Fischadler oder Schwarz- und Weißstörche entlang des Flusses ziehen.
Silberreiher (v.a. Spätherbst/ Frühwinter) und Mittelmeermöwen sind ganzjährig im Gebiet anzutreffen. Auch der Wanderfalke wird regelmäßig gesichtet.
Im Winter können Kornweihen, Zwerg- und Gänsesäger (häufiger) sowie Pfeif-, Schell-, Schnatter-, Löffel- und Spießenten am Fluss beobachtet werden. Seltenere Arten im Winter sind Rohrdommel, Singschwan, Saat- und Blässgans, Berg- und Eisente sowie der Raubwürger. Ab Anfang/ Mitte März tauchen die ersten Limikolen wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe oder Bekassine auf. Im April und Anfang Mai kann meistens eine größere Auswahl an Limikolen beobachtet werden. Regelmäßige Arten sind dann Kiebitz, Fluss- und Kiebitzregenpfeifer, Rot- und Grünschenkel, Dunkler und Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Sichel-, Alpen-, Zwerg- und Temminckstrandläufer sowie Waldwasser- und Flussuferläufer. Seltener sind Regenbrachvogel, Teichwasserläufer, Säbelschnäbler und Goldregenpfeifer.
Ab Anfang April treffen auch die Schwarzkopfmöwen in der Lachmöwenkolonie bei Niedermotzing ein und ab Mitte April kann man Flussseeschwalben und Knäkenten am Fluss beobachten. Zu dieser Zeit besetzen auch die Blaukehlchen ihre Reviere und sind dann innerhalb des Jahresverlaufs am Leichtesten zu beobachten. Gute Stellen für diese Art sind die Zuckerteiche Plattling (z.B. 20.05.02: 12 singende Männchen oder 14.04.02: 6 singende Männchen; 2003: Lebensraum weitgehend zerstört) und die Donau bei Aholfing (z.B. 17.04.02: mind. 6 singende Männchen). Beide Stellen sind unten beschrieben. Am besten versucht man es für diese Art am frühen Morgen oder besser an lauen Abenden Mitte April bis Anfang Mai. Ab Mitte April gewinnt der Singvogelaspekt generell an Bedeutung. Dann ziehen Arten wie Braunkehlchen, Schilfrohrsänger und Neuntöter durch. Interessante spät ziehende Arten sind Trauer-, Weißbart- und Raubseeschwalbe (die beiden Letzteren relativ selten). Pirol, Schlagschwirl und Halsbandschnäpper besetzen ihre Reviere meistens erst im Mai. Diese Arten können besonders im Auwald an der Isarmündung beobachtet werden (ca. 50 BP des Halsbandschnäppers). Immer wieder kam es in der Vergangenheit auch zu interessanten Ansiedlungen: Seidenreiher (1996), Nachtreiher und Stelzenläufer brüteten bereits im Gebiet. Den Seidenreiher kann man immer noch regelmäßig und den Nachtreiher nur gelegentlich im Gebiet beobachten. Beutelmeisen und Wasserrallen brüten im gesamten Donaubereich. Ab dem Spätsommer können regelmäßig Tüpfelrallen vor üppiger Ufervegetation gesichtet werden. Dann beginnt auch der Limikolenzug erneut.
Immer wieder wurden auch Seltenheiten wie Nordamerikanische Pfeifente (2002), Sumpfläufer (2001), Schlammläufer (2001) oder Zwergadler (2000) aus dem Gebiet gemeldet.
Lebensräume:
Wasserflächen der Donau, Schlickflächen, Schilfbereiche, Weidendickichte, Grünländer, Ackerflächen, Auwaldreste aber auch größere naturnahe Auwaldbereiche an der Mündung der Isar in die Donau
Information:
Auf der Seite "Bavarian Birds" können Beobachtungen aus ganz Bayern und auch zum beschriebenen Donaubereich abgerufen werden.
Anfahrt:
Mit der Bahn: Die wichtigsten Bahnhöfe sind Regensburg, Straubing, Plattling und Deggendorf. Weitere Informationen unter http://www.bahn.de/
Mit dem Auto: Von Süden: A 93 (Regensburg), A 92 (Deggendorf)/ Von Osten und Westen: A 3. Die B 8 führt am Südrand des Gebietes entlang und verbindet die wichtigsten Stellen (s.u.).
Donau bei Aholfing
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Karte verändert nach Bayerisches Landesvermessungsamt, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2000 - Top. Karte 1:50.000 Bayern
Die besten Stellen ergeben sich aus der Karte links. 1: Nördlich Aholfing liegt hinter dem Donauleitwerk ein größeres Gewässer, das gut für Schwimmvögel, ziehende Singvögel (z.B. Schilfrohrsänger) und im Nordteil für Limikolen ist. Auch Blaukehlchen brüten hier wie auch im Gesamtbereich. Am Besten man parkt an der eingezeichneten Stelle und läuft dann bis zum Beobachtungsstand. Dieser kann als guter Windschutz dienen. Die beste Aussicht hat man jedoch, wenn man sich vor den Beobachtungs-stand stellt. Ähnlich gute Beobachtungen sind bei 2 möglich. Limikolen halten sich hier gern an den wassergefüllten Senken im Grünland westlich des großen Gewässers am Ostrand der Halbinsel auf. Man erreicht die Stelle, indem man von Aholfing an den Damm und dann auf (Fahrrad) oder neben (Auto) dem Damm nach Osten fährt. Von 2 kann man weiter nach Osten fahren und immer wieder einmal stoppen, um von der Dammkrone zu beobachten (meistens nur mittelmäßig), bis man Obermotzing erreicht. Interessanterweise ist der Zugang zum Weg hinter den Deich für Autos von Aholfing aus erlaubt, nicht jedoch von Obermotzing. Daher empfiehlt es sich, das Gebiet in der angegebenen Reihenfolge zu besuchen. In der Brutperiode sollte man sich nicht die Lachmöwenkolonie bei Niedermotzing entgehen lassen (3). Hier brüten einige Paare der Schwarzkopfmöwe und auch Flussseeschwalben fliegen auf und ab. Die Kolonie befindet sich auf den Leitwerkinseln inmitten der Donau. Sie können direkt südlich von Niedermotzing vom Damm aus eingesehen werden (Zufahrt und Parkmöglichkeiten am Damm direkt südlich der Ortschaft).
Zuckerteiche Plattling
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Karte verändert nach Bayerisches Landesvermessungsamt, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2000 - Top. Karte 1:50.000 Bayern
Dieses Gebiet liegt rund 40 Kilometer Luftlinie östlich von Aholfing. Es ist ein hervorragendes Gebiet für Limikolen, Rallen, Enten, Blaukehlchen und andere. Die Teiche lohnen sich nur am Wochenende, da hier unter der Woche viel mit großen Maschinen gearbeitet wird. Die Zuckerteiche sind wie folgt zu erreichen: Von der A 92 nimmt man die Abfahrt Plattling Nord und von dort fährt man weiter Richtung Plattling. Man überquert zwei Ampelkreuzungen. 650 m hinter der zweiten Kreuzung kommt links ein Brückengeländer in Sicht, hinter dem man links abbiegt. An der Abfahrt verweist ein Schild auf eine Kompostanlage. Der Weg verzweigt sich, sofort nachdem man abgebogen ist. Hier rechts fahren bis man einen Pappelwald erreicht, vor dem man dann links auf den geschotterten Weg am Auwald entlang fährt. In dem Wald ist im Spätsommer gelegentlich der Schlagschwirl zu hören. Linkerhand sind jetzt schon Teiche zu sehen. Bald kommt nach links ein geteerter Weg mit einer Schranke. Gegenüber der Einfahrt steht ein NSG-Schild. Hier kann man vor der Schranke parken. Von hier aus geht es zu Fuß auf dem Weg hinter der Schranke weiter (in der Karte rot markiert). Rechts und links liegen die besten Zuckerteiche. Ihr Aussehen verändert sich von Monat zu Monat. Sie werden aufgeschlämmt und dann zeitweise der Verlandung überlassen. Die Bereiche wachsen sehr schnell mit Rohrkolben und Schilf zu. Die zugewachsenen Bereiche sind gut für Rallen, Knäkenten, Blaukehlchen und Rohrsänger, während die Wasser- und Schlickflächen für Limikolen und Enten gut sind. In den Weidengebüschen am Rand der Teiche sind regelmäßig Beutelmeisen zu hören. Das Gebiet lohnt sich vor allem zwischen März und November (am Besten zu den Zugzeiten).
_E-Mail: info@birdinggermany.de_