Die Donauaue und das Donaumoos bei Günzburg

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Zusammengestellt von Norbert Röder, bearbeitet von Christoph Moning

 

Der Bereich der Donauaue und des Donaumooses bei Günzburg stellt eine besonders strukturreiche Landschaft dar, die sehr vielen Arten Lebensraum und Rastmöglichkeiten bietet. An einem guten Frühsommertag können leicht 80 Arten beobachtet werden, wenn alle empfohlenen Stellen besucht werden. Das Gebiet ist bekannt für sein großes Halsbandschnäppervorkommen. Aber auch andere viel gesuchte Arten wie der Mittelspecht kommen vor.

 

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert.

Ausrüstung: Fernglas, Spektiv

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: In den Bereichen Erdbeersee, Schurrsee und Gundelfinger Moos sowie Emmausheim müssen längere Strecken zu Fuß zurückgelegt werden.


Interessante Arten:

Silberreiher überwintern mit bis zu 100 Individuen. Der Mittelspecht ist nach dem Buntspecht der zweithäufigste Specht in den Auwäldern (>30 BP). Das Gebiet ist innerhalb Deutschlands eine der besten Stellen für den Halsbandschnäpper. Nach Schätzungen kommen mehr als 400 Brutpaare in dem Gesamtbereich vor. Der Wanderfalke brütet in Langenau im Kirchturm. Unter den Brutvögeln sind Kolbenente, Tüpfelsumpfhuhn, Mittelmeermöwe, Blaukehlchen, Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Pirol, Nachtigall (sehr häufig), Beutelmeise und Grauammer hervorzuheben. Während der Zugzeiten nutzen zahlreiche Limikolen wie Zwerg-, Alpen- und Temminckstrandläufer, Ufer- und Pfuhlschnepfe, Grünschenkel, Dunkle Wasserläufer, Sandregenpfeifer und weitere Arten die Gewässer zur Rast. Dabei werden immer wieder seltenere Arten wie Odinshühnchen und Stelzenläufer entdeckt.


Lebensräume:

Schlick- und Wasserflächen, naturnahe Auwälder der Donauaue und strukturreiche Niedermoorlandschaft des Gundelfinger Mooses.


Anfahrt:

Mit der Bahn und dem Fahrrad: Die nächsten Bahnhöfe sind Gundelfingen und Günzburg (http://www.bahn.de). Von dort braucht man ein Fahrrad.

Mit dem Auto

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Ostermühle (1)

Nach ergiebigen Frühjahrsniederschlägen bildet sich südöstlich von Langenau eine große Wasserfläche. Dabei werden bis 20 ha überschwemmt (davon 6 bis 7 ha Ackerfläche). In vier von fünf Jahren bleibt die Fläche jedoch trocken. Bei Überschwemmung ist (März) April bis Juni (Juli) die beste Zeit, um rastende Limikolen und Enten zu beobachten. Dabei sollte man auch auf den Wanderfalken achten, der im Kirchturm von Langenau brütet. Das Gebiet ist leicht mit dem Auto erreichbar: Von der A 7 Abfahrt Langenau fährt man nach Langenau. Ab dort nach Karte. Der interessante Bereich ist rot markiert (verändert nach TÜK 1:200000). Zu P1 gelangt man von Norden, indem man direkt nachdem man die Bahngleise überquert hat, nach links auf einen kleinen Weg zunächst parallel der Gleise fährt. Bei P1 gibt es eine kleine Plattform, die im Mai 2003 errichtet wurde. Von hier aus kann man die Fläche gut einsehen.

Volksfestplatz Leipheim (2)

Dies ist erfahrungsgemäß eine der besten Stellen um den Halsbandschnäpper zu beobachten, denn hier brüten vier bis sechs Paare in den Bäumen des Volksfestplatzes. Die optimale Jahreszeit ist im Mai. Der Platz ist ebenfalls gut geeignet weil die Bäume sehr locker stehen und recht spät austreiben (Eichen). Der Volksfestplatz liegt nördlich von Leipheim auf der gegenüberliegenden Donauseite. In der Karte (verändert nach TÜK 1:200000) ist der Platz mit einem roten Punkt markiert. Leipheim erreicht man mit der Bahn über den Bahnhof Leipheim oder mit dem Auto über die A 8 Abfahrt Leipheim.

Erdbeersee (3)

Der Bereich am Erdbeersee bietet gute Beobachtungsmöglichkeiten für Halsbandschnäpper (Mai) sowie für Grün-, Grau-, Klein- und Mittelspecht (April). Des weiteren zeigt der schöne Auwald reichlich Frühlingsgeophyten und beherbergt zahlreiche Biber. Der Weg kann von der B 16 aus erreicht werden. Dazu fährt man die B 16 von Günzburg nach Norden. Nachdem man die Donau überquert hat, fährt man die fünfte Möglichkeit nach rechts (ziemlich genau 3 km hinter der Donaubrücke). Nach kurzer Zeit erreicht man einen größeren See auf der linken Seite. Ab hier ist die Durchfahrt gesperrt und man muss den Wagen abstellen (P). Der Weg sollte in der vorgeschlagenen Richtung begangen werden, da die Strecken um den westlichen See aus Trampelpfaden bestehen und der Einstieg vom Donaudamm in den Auwald schwer zu finden ist:

Schurrsee und Gundelfinger Moos (4)

Der Schurrsee (1)  ist ein guter Beobachtungsplatz für Enten und Limikolen (insbesondere auf dem Herbstzug). Im Gundelfinger Moos (2) lassen sich alle Niedermoorbrutvögel wie Bekassine, Großer Brachvogel, Wachtel, Feldschwirl oder Grauammer beobachten. Daneben kommen hier auch Blau-, Braun- und Schwarzkehlchen vor. Im Winter gehören Raubwürger, Merlin, Kornweihe und Silberreiher zu den regelmäßigen Gästen. Man erreicht den Schurrsee über die B 16 bei Birkenried (rund 4,4 km hinter der Donaubrücke, wenn man von Günzburg kommt). Kurz nachdem man den Wald durchfahren hat gelangt man an das Kiesabbaugelände. Ab hier ist die Durchfahrt gesperrt (P1), so dass man zu Fuß weiter muss. Die interessanteste Fläche liegt im Norden der Baggerseen (rot schraffiert und mit 1 gekennzeichnet).

Nördlich des Schurrsees liegen die sehr interessanten Bereiche des Gundelfinger Mooses. Die rot markierten Wege (2) bieten hier gute Beobachtungsmöglichkeiten.

Emmausheim (5)

Auch dies ist ein sehr guter Platz zur Beobachtung von Wasservögeln und Limikolen (letztere besonders auf dem Herbstzug). An den Baggerseen brüten Schwarzhalstaucher (selten), Kolbenenten und Beutelmeisen. Man gelangt nahe Emmausheim an der B 16 in das Gebiet (siehe obige Karte/ rund 6,8 km hinter der Donaubrücke, wenn man von Günzburg kommt). Am Ostrand des Gebietes muss man parken (P2) und zwischen den Baggerseen nach Westen laufen. Ganz im Nordwesten liegt der interessanteste Bereich (rot schraffiert und mit 3 gekennzeichnet).


  

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