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Papageien in Süddeutschland

 Christian Wagner, Detlev Franz

 

Ob man es nun als Faunenverfälschung, als farbenprächtige Bereicherung der heimischen Avifauna oder als "Kennzeichen zunehmender Urbanisierung" (Detlev Franz) ansieht; Papageien gehören in einigen klimatisch begünstigten deutschen Städten zum festen Bestandteil der Vogelwelt. Sie benötigen zur Aufrechterhaltung eines ganzjährigen Nahrungsangebotes ein hohes Maß an gebietsfremden Nahrungspflanzen. Diese machen mehr als 50% der genutzten Arten aus. Einige Papageienarten gelten in der Zwischenzeit als eingebürgert und zählen für die Deutschlandliste. Von unten beschriebenen Papageien gibt es freilebende sich selbst vermehrende Populationen.

Halsbandsittich:

Die am weitesten verbreitete Art dürfte der Halsbandsittich sein. Größere Populationen existieren - von Nord nach Süd - in Düsseldorf, Köln, Bonn, Mainz und Wiesbaden, Worms, Ludwigshafen und Mannheim,  Neckarhausen sowie Heidelberg. Der derzeitige Bestand (Ende 2004) beträgt rund 5200 Tiere. Alle Halsbandsittiche, bis auf die brütenden Vögel, übernachten an einem gemeinsamen Schlafplatz (der oft über Jahre konstant ist). In Mannheim liegt er (Stand Sommer 2004) an der Brunckstraße zwischen dem Tor 5 der BASF und dem ALDI in der Eschenbachstraße (dort Parkmöglichkeit; Straßenbahnhaltestelle in unmittelbarer Nähe). Die Brunckstraße ist die Straße, die an der BASF entlang führt. Halsbandsittiche kommen mit der Dämmerung; je nach Jahreszeit leicht unterschiedlich: im Winter ca. 15 Minuten nach, im Sommer ca. 30 Minuten vor Sonnenuntergang. Als Langschläfer verlassen sie den Schlafplatz oft erst eine Stunde nach Sonnenaufgang. Halsbandsittiche ruhen um den Mittag bis weit in den Nachmittag hinein und sind dann nur schwer beobachtbar.

Weitere sehr gute Beobachtungsplätze:

Köln: Freigelände des Zoos (auch Große Alexandersittiche),

Wiesbaden: Schlosspark Biebrich (auch Große Alexandersittiche),

Mannheim: Luisenpark (kostenfreier Teil) und Schlafplatz bei der BASF,

Heidelberg: Altenheim an der Mönchshofstraße (Nistkästen, Fassadenbruten).

  

Gelbstirnamazone:

In Stuttgart gibt es seit 1984 freilebende Gelbstirnamazonen. Sie gehen auf ein Tier unbekannter Herkunft zurück. Heute leben über 40 „wilde“ Gelbstirnamazonen unter anderem auf dem Zoogelände und im angrenzenden Rosensteinpark. Sie brüten in Asthöhlen von Platanen z. B. im Zoo und in der beeindruckenden Platanenallee der Unteren Anlagen des Rosensteinparks. Gelbstirnamazonen sind nur sehr schwer zu beobachten.

 

Alexandersittiche:

In Köln und Wiesbaden bzw. Mainz haben sich zwei Populationen von Großen Alexandersittichen etabliert. Über ihre Zahl lassen sich kaum gute Auskünfte erteilen. Sie dürfte Bundesweit um einige hundert Tiere betragen.

 

Wer neugierig geworden ist, und selbst auf Papageiensuche gehen möchte, sollte sich auf der hervorragenden Internetseite von Detlev Franz informieren: http://halsbandsittiche.papageien.org

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