Beobachtungsmöglichkeiten:
Vögel am Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist in Mitteleuropa unter
Ornithologen u.a. wegen seiner herausragenden Avifauna berühmt. Der Rest
eines tertiären Vulkanes ragt ca. 350 m aus der südlichen Oberrhein-ebene
heraus und liegt im Regenschatten der Vogesen in der wärmsten Region
Deutschlands.
Von der Natur- zur Kulturlandschaft
Mit Ausdehnung der Rebkultur wurden die natürlichen,
artenreichen Laubmischwälder zurückgedrängt.
Die heute nur noch extensiv genutzten Wälder beherbergen 7 Spechtarten, deren
Höhlen Voraussetzung für das Vorkommen u.a. von Hohltauben und auch von
Dohlen sind. Mittelspechte zeigen das Vorkommen alter Eichen an.
Der Grünspecht hält mit über 100 Paaren hier eine der besten Siedlungsflächen
Deutschlands.
Strukturveränderungen in der
Landwirtschaft haben seit dem 2. Weltkrieg zu tiefgreifenden Veränderungen in
den Lebensräumen der Vogelarten geführt.
In der Reblandschaft haben die Flurbereinigungen der 1970er Jahre etlichen
Arten den Lebensraum entzogen. Die Zaunammer (Emberiza cirlus) starb aus.
Andererseits siedelten sich auf den humusarmen Großböschungen starke
Populationen bedohter Kleinvogelarten an, z.B. Neuntöter (Lanius collurio),
Dorngrasmücke (Sylvia communis), Baumpieper (Anthus trivialis) und das
Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), das hier seien Schwerpunkt in Baden-Württemberg
hat.
Die natürliche Sukzession, gefördert durch Stickstoffverbindungen aus der
Luft, bedroht jedoch die jetzige Lebensgemeinschaft der Weinbergsböschungen,
deren farbenprächtiger Vertreter der Bienenfresser (Merops apiaster) ist. Die
Kaiserstuhlpopulation ist die größte in Deutschland.
Aufgabe der Viehhaltung und Intensivierung
der Obsterzeugung führten seit den 1960er Jahren zu einem dramatischen
Schwund von Obstwiesen und ihrer Bewohner: Steinkauz (Athene noctua),
Wiedehopf (Upupa epops) und Rotkopfwürger (Lanius senator) sind seitdem vom
Aussterben bedroht.
In einer privat begonnenen und jetzt im Projekt Obstwiesen der Bezirksstelle für
Naturschutz fortgesetzten Arbeit geht es um die Rettung dieser in ganz
Mitteleuropa bedrohten Arten und ihre Biotope.
Mittlerweile gibt es Hoffnung:
Der Steinkauz (Athene noctua) konnte seinen Brutbestand seit 1992 von 6 auf 19
Paare verdreifachen. Als charakterliche Art der strukturreichen Weinberge
verdoppelte sich die Zahl der Wiedehopfe (Upupa epops). Internationale
Zusammenarbeit mit dem privaten Naturschutz ist nötig, um die Lebensräume
des Rotkopfwürgers (Lanius senator) zu retten und ökologisch aufzuwerten
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