Murnauer Moos
Christoph Moning, Hinweise von Thomas Guggenmoos
Stand: Juni 03
Das Murnauer Moos hat unter den südbayerischen Ornithologen seine Bekanntheit als die beste Stelle für den Wachtelkönig und vor allem für den Karmingimpel erlangt. Es gehört mit seinen 4.200 ha (inkl. Randbereiche) zu den größten intakten Moorgebieten Mitteleuropas und ist ein bedeutendes Wiesenbrütergebiet innerhalb Bayerns. Der besondere Reiz dieser Landschaft mit ihren charakteristischen Streuwiesen vor der grandiosen Alpenkulisse lässt sich hervorragend zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den gut ausgebauten Wegen erleben. Das Gebiet ist besonders für eine Halbtages- oder Tagestour geeignet. Die allerbeste Beobachtungszeit ist Mitte Mai bis Mitte Juni, denn der Brutvogelaspekt ist in diesem Gebiet der Interessanteste.
Voraussetzungen:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert.
Ausrüstung: Fernglas (und Spektiv)
Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: Die "Mindest(Rad-)Wanderung" umfasst vom St. Georgskircherl aus 6 km (Hin und Zurück) auf ebener Strecke.
Interessante Arten:
Schlangenadler (fast alljährlich), Schwarzmilan, Wespenbussard, Baumfalke, Wachtel, Wachtelkönig, Tüpfelralle (Bestand schwankt je nach Feuchtigkeitsgrad), Großer Brachvogel (fast ausgestorben), Bekassine, Weißrückenspecht (selten), Grauspecht, Blaukehlchen (sehr selten), Braunkehlchen, Schwarzkehlchen, Feldschwirl, Berglaubsänger (auf den "Köchel" genannten Kuppen), Raubwürger (v.a. im Winter), Tannenhäher (z.B. am Langen Filz), Karmingimpel. Mit über 50 Arten ist das Murnauer Moos auch eines der libellenreichsten Gebiete Deutschlands mit vielen Besonderheiten wie der Sibirischen Winterlibelle (Sympecma paedisca), der Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) oder der Keilflecklibelle (Aeshna isosceles).
Lebensräume:
Etwa 10% der Fläche sind Hochmoor. Den Hauptteil machen Streuwiesen, Seggenriede, Schilfflächen und ungemähte Feuchtwiesen aus. Entlang der Wege befinden sich Gehölzsäume, in denen im Sommer die Männchen der Karmingimpel singen. Im südlichen Teil ragen bewaldete Hügel, Köchel genannt, aus der ebenen Fläche.
Information:
Internet:
http://www.murnau.de/infomaxcms.php U.a. ein Zimmerverzeichnis
Anfahrt:
Mit der Bahn: Man kann das Gebiet gut mit der Bahn erreichen. Der Bahnhof liegt auf der Strecke München - Garmisch-Partenkirchen. Von dem Bahnhof sind es noch knapp 3 km bis zum Murnauer Moos.
Mit dem Auto: Von der Autobahnausfahrt Murnau/Kochel fährt man von der A 95 (München-Garmisch) Richtung Murnau. In Murnau fährt man auf die B 2 Richtung Süden (Richtung Garmisch-Partenkirchen). Nachdem man unter einer Eisenbahnbrücke hindurchgefahren ist, fährt man nach 200 m (sofort nach Verlassen des Ortes) rechts in ein Wohngebiet ab. Nun folgt man immer der Ausschilderung "Ähnderl", d.h. bei der nächsten Gabelung nach 250 m fährt man rechts. So sollte man, 1 km nachdem man die B 2 verlassen hat, zu einer kleinen Kirche, dem St. Georgskircherl ("Ähndl" genannt) und einem Gasthaus gelangen, wo man auch gut Essen und Trinken kann. Dort gibt es auch Parkmöglichkeiten.
Beobachtungsmöglichkeiten:
Von dem St. Georgskircherl (Ähndl) im Murnauer Ortsteil Ramsach führt ein Rad- und Wanderweg in das Gebiet. Man folgt den grünen Schildern mit der Aufschrift "Moosrundweg Nr. 5". Der erste Teil des Weges führt durch Streuwiesen (Niedermoor) entlang des Flüsschens Ramsach (1). An den wegbegleitenden Gehölzsäumen sollte man ab Ende Mai auf den Karmingimpel achten. Oft hört man diese Vögel eher singen, als das man sie sieht. Die Gesangsaktivität ist nach dem Eintreffen der Art am größten und ebbt dann nach wenigen Wochen wieder ab. In der gleichen Zeit wird man Braun- und Schwarzkehlchen in den Streuwiesen beobachten können, während Wachtelkönige und Wachteln zwar hörbar aber, wie immer, scheinbar unsichtbar sind. Die Gesangsaktivität des Wachtelkönigs wird zur Dämmerung hin größer. Dann steigt auch die Chance die wenigen Individuen der hier brütenden Tüpfelralle zu hören. Greifvögel wie Baumfalke, Wespenbussard, Schwarzmilan oder den fast alljährlichen Schlangenadler wird man in der offenen Landschaft vor allem fliegend entdecken.
Nach 3,5 km gabelt sich der Weg an einer Brücke. An dieser Stelle sind oft besonders viele Wachtelkönige hören. Hier kann man entweder dem Rundweg nach rechts über die Brücke folgen (2: Lange Filz nicht für Fahrräder geeignet), oder man wandert/ fährt noch ein Stück weiter geradeaus Richtung Grafenaschau durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Niedermoorwiesen und Gehölzen, um dann später den gleichen Weg zurück zu nehmen (3).Der Rundweg (2) führt nach der Brücke in einen höher gelegenen Fichtenforst, in dem das "Lange Filz" liegt. Man erreicht dieses intakte Hochmoor, indem man 500 m nachdem man in den Wald gekommen ist, nach links der Ausschilderung folgend, auf einen Wanderpfad abbiegt. Das Hochmoor ist hauptsächlich botanisch und entomologisch interessant. Dennoch kann man hier Tannenhäher, Fichtenkreuzschnabel und Sperber beobachten. Nach dem Langen Filz kann man über die Orte Westried und Moosrain zum St. Georgskircherl (Ähndl) zurückwandern/ fahren. Der gesamte Rundweg ist 12 km lang. Auf dem Rückweg hat man einen eindrucksvollen Panoramablick über das Gebiet. Aus ornithologischer Sicht sind die ersten 3,5 km des Weges die Interessantesten.
Der Weißrückenspecht wird wenige Male im Jahr im Gebiet gesehen. Bereits zwischen B 2 und Ähndl sollte man auf jeden Specht achten.
Unterkunft:
Ein Zimmerverzeichnis ist unter http://www.murnau.de/infomaxcms.php zu finden.
_E-Mail: info@birdinggermany.de_