Starnberger See

  

Christoph Moning

 

Das Ramsar Gebiet Starnberger See ist mit winterlichen Wasservogelbeständen mit bis zu 20.000 Tieren von internationaler Bedeutung. Vor allem das Südende des Sees ist möglicherweise der beste Platz in Deutschland, um außerhalb der Küste zwischen Oktober und April Seetaucher und Meeresenten zu sehen. Man benötigt einen vollen (Winter-)Tag, um das Gebiet umfassend "zu bearbeiten".

 

Rothalstaucher (links), Starnberger See bei Leonie (rechts)

Voraussetzungen:

Mit öffentlichen Verkehsmitteln erreichbar: Ja, wenn mit Fahrrad kombiniert.

Ausrüstung: Spektiv und Fernglas

Zugänglichkeit der Beobachtungsstellen: leicht


Interessante Arten:

Vor allem die Wintergäste machen das Gebiet interessant. Zu ihnen zählen Sterntaucher, Prachttaucher, Eistaucher (sehr selten), Ohrentaucher (selten), Schwarzhalstaucher, Rothalstaucher, alle gängigen Entenarten des Binnenlandes (auch zahlreiche Kolbenenten) und Meeresenten wie Berg-, Eider-, Trauer-, Samt- und Eisente. Weitere Arten, die typischerweise bei einem Winterbesuch gesehen werden können sind Gänsesäger, Steppenmöwe, Mittelmeermöwe, Zwergmöwe, Bergpieper und manchmal Tannenhäher oder Bergfinken.


Lebensräume:

Der Starnberger See ist vor 15.000 Jahren als ein Zungenbeckensee des Isar-Loisach-Gletschers entstanden. Er ist der längste (21 km), wasserreichste (3 Mrd. m³) und mit 5636 ha der flächenmäßig zweitgrößte See Bayerns. Aufgrund des enormen Wärmespeichervermögens friert er als letzter der Voralpenseen zu, was ca. alle 10 Jahre geschieht. In den Wintermonaten halten sich rund 20.000 Wasservögel am Starnberger See auf. Wegen der außergewöhnlichen Sichttiefe von bis zu 14 m und der großen Wassertiefe (maximal 128 m) sind vor allem Tauchvögel zu beobachten.


Information:

Weitere Informationen zu dem Gebiet sind über die Landratsämter Bad Tölz-Wolfratshausen, Starnberg und Weilheim-Schongau zu erhalten. Oder bei der LBV-Kreisgruppe Starnberg ("Alte Brauerei", Landsbergerstraße 57, 82266 Inning-Stegen, Tel.: 08143/ 8808) und bei der BN-Kreisgruppe Starnberg.

Internet:

http://www.starnberger-fuenf-seen-land.de: Internetplattform für Touristeninformationen (E-Mail: info@starnberger-fuenf-seen-land.de)

Karten: 

Kompass Karten, Starnberger See, Ammersee
Kompass-Karten (Mai 2002)
 

Topographische Karten Bayern, Bl.1, Ammersee, Starnberger See und Umgebung
Bayerisches Landesvermessungsamt (Mai 2002)


Anfahrt:

Mit der Bahn: Anschluss an den Münchener Verkehrsverbund bis Tutzing (S6). Von dort ist der Südteil des Sees mit dem Fahrrad erreichbar (http://www.mvv-muenchen.de/).

Mit dem Auto: Von München erreicht man das Gebiet am einfachsten über die A 95.

 

Beobachtungsmöglichkeiten:

Zwischen Oktober und April bietet sich eine Auto-Rundfahrt um den Starnberger See an. Die einzelnen Beobachtungspunkte können leider nur teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Tag erreicht werden. Wenn man über weniger Zeit verfügt, kann man sich auch nur auf den lohnenderen Südteil beschränken. An den einzelnen Beobachtungspunkten sollte man die Wasseroberfläche sorgfältig absuchen. Seetaucher können mitunter sehr lange Tauchphasen durchführen, so das man sie oft nicht mit einem einzelnen Rundumblick registriert zumal sie oft auch weit draußen auf der Wasserfläche schwimmen (Standardspruch: "Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nichts!").

Starnberger Bahnhof (1)

Der Starnberger Bahnhof ist ein guter Startpunkt für die Rundtour. Innerhalb Starnbergs folgt man der Ausschilderung zum Bahnhof. Am Bahnhof gibt es im Norden (wenn man vor der Bahnhofsfassade steht: links vom Bahnhof) kostenfreie Parkplätze (Parkscheibe). Vor dem Bahnhof geht man rechts unter einer Fußgängerunterführung hindurch. Dort gelangt man an das Ufer. Von hier aus sieht man im Winter regelmäßig Rothalstaucher und eine gute Auswahl an Enten.

Leonie (2)

Leonie ist ein Ortsteil von Berg am Nordostufer des Sees. Man erreicht Leonie von Starnberg aus, indem man vom Zentrum kommend (z.B. vom Bahnhof) Richtung Autobahn fährt und vor der Autobahn rechts Richtung Berg abbiegt. Man folgt weiterhin der Beschilderung Richtung Berg. In Berg fährt man geradeaus Richtung Seeshaupt. Kurz hinter Berg weist rechts ein Schild nach Leonie. Diesem folgt man und hält sich in Leonie halb links auf der Hauptstrasse bis zum Seehotel Leonie. Dort kann man parken und von einem Steg aus auf die Wasserfläche schauen.

Ammerland (3)

Man erreicht Ammerland, wenn man von der A 95 die Abfahrt Wolfratshausen nimmt und dann rechts Richtung Münsing fährt. Kurz hinter Münsing führt eine Straße links nach Ammerland. Kommt man von Leonie, fährt man ebenfalls nach Münsing, d.h. weiter auf der Hauptstrasse Richtung Seeshaupt, die man von Starnberg und Berg gekommen ist. Kurz vor Münsing biegt man rechts Richtung Ammerland ab. In Ammerland fährt man immer geradeaus. Kurz vor dem See hält man sich links bis das "Hotel am See" erreicht ist. Hier kann man parken und von einem Steg aus auf den See schauen.

Das Erholungsgelände südlich von Ambach (4)

Wenn man von Ammerland kommt, fährt man zurück nach Münsing. In Münsing fährt man kurz nach dem Ortseingang und der Kirche nach rechts Richtung Seeshaupt/ Erholungsgelände. Nach 2,5 km fährt man durch Holzhausen und nach 6,2 km kommt man an eine Abfahrt mit einer stilisierten Schwan-Statue. Diese Abfahrt führt zu dem Erholungsgelände. Von der Abfahrt fährt man rechts Richtung See und Erholungsgelände bis man kurz darauf an eine T-Kreuzung kommt. Hier fährt man links auf geschotterte Parkplätze. Von hier aus kann man zur Uferkante laufen. Am Erholungsgelände sieht man im Winterhalbjahr regelmäßig Eiderenten, seltener auch Seetaucher. Hinzu kommt eine gute Auswahl an Enten und Möwen.

Der Badeplatz bei St. Heinrich (Kleines Seehaus) (5)

Von dem Erholungsgelände fährt man wieder auf die Strasse zurück und fährt weiter Richtung Süden. 2,3 km nach der Auffahrt vom Erholungsgelände kommt kurz hinter einer Rechtskurve auf der rechten Seite eine Einfahrt mit einem Gastronomieschild "Kleines Seehaus" als Torbogen gestaltet. Die Einfahrt führt direkt zu den Parkplätzen der Gaststätte, die direkt am See liegt. Hier befindet sich auch ein Steg, an dessen Ende man einen guten Blick auf die südliche Bucht des Starnberger Sees hat. Von hier aus hat man im Winter hervorragende Chancen Seetaucher, Zwergmöwen und Meeresenten auf der offenen Wasserfläche zu sehen. Nach Süden blickt man auf einige der wenigen Uferbereiche des Starnberger Sees, die über eine gut ausgeprägte Ufervegetation verfügen. In diesem flacheren Bereich sind oft große Mengen Enten oder einzelne Silberreiher zu sehen. Man kann diese Stelle auch vom nächsten Punkt einsehen (meist mit besserem Licht).

Der Yachthafen östlich Seeshaupt (6)

Vom Badeplatz bei St. Heinrich fährt man weiter nach Süden (rechts). In St. Heinrich fährt man geradeaus Richtung Weilheim. 1,8 km hinter der Einfahrt zum Badeplatz bei St. Heinrich kommt nach rechts die Einfahrt zu dem Yachthafen kurz hinter dem Schild "Seeshaupt grüßt seine Gäste". Am Zufahrtsweg zum Yachthafen parkt man. Von hier aus sucht man sich einen günstigen Beobachtungspunkt am Ufer. Nun blickt man nach rechts auf den oben genannten, relativ natürlichen Uferbereich. Wenn man sich mehr auf die Seetaucher konzentrieren will, und einen besseren Beobachtungspunkt als den bei St. Heinrich sucht, fährt man besser gleich zu dem nächsten Punkt:

Seeshaupt (7)

Rund 1,8 km hinter dem Yachthafen weiter auf der Straße Richtung Seeshaupt, kommt in Seeshaupt selbst eine scharfe Links-rechts-Kombination vor einer Kirche. Hinter dieser Kurve parkt  man auf den Parkplätzen, die sich beiderseits der Straße befinden (ein Spar liegt in der Rechtskurve). Wenn man an der Kirche vorbeigefahren ist, ist man zu weit! Von hier aus geht man die Links-rechts-Kombination zurück und die Böschung auf einer Treppe herunter. Wenn diese gesperrt ist, kann man auch ein Stück weiter rechts die Abfahrt zum See benutzen. So gelangt man zu einem Bootsanleger, von dem aus man eine gute Sicht auf den See hat. Dies ist eine klassische Stelle für Seetaucher und Meeresenten aber auch für viele andere Wasservögel. So kann man sich hier an der Unterscheidung zwischen Silber-, Mittelmeer- und Steppenmöwen versuchen.

Der Yachthafen bei Seeseiten (8)

Diese Stelle ist ebenfalls für gute Beobachtungen bekannt. In Seeshaupt folgt man der Hauptstraße Richtung Westen. 600 m hinter der Links-rechts-Kombination biegt man nach rechts ab bzw. man verlässt die Hauptstrasse geradeaus Richtung Bernried. 1,2 km nach dieser Abzweigung kurz nach dem grünen Ortsteilschild "Seeseiten" kommt auf der rechten Seite ein Gasthof "Gasthof Cafe Seeseiten ". Hier kann man parken. Am Gasthof läuft man links von dem Gebäude in eine Einfahrt hinein. Diese Einfahrt führt direkt zum Yachthafen, von dessen Ufer oder Stegen man gut in die Bucht einsehen kann. Hier tauchen im Winter regelmäßig Schwarzhals- und selten Ohrentaucher auf. Meeresenten, Seetaucher und Zwergmöwen können im Winter fast immer beobachtet werden. 

Yachthafen bei Bernried (9)

Um diesen Beobachtungspunkt zu erreichen, folgt man der Straße von dem Gasthof aus weiter Richtung Bernried. In Bernried selbst erreicht man 4,4 km nach dem Gasthof eine 90° Kurve nach links. An dieser Kurve kann man parken. In der Kurve führt eine Nebenstraße nach rechts zum Klosterbad. Man geht in Richtung dieser Straße, biegt dann aber sofort links auf einen Fußweg ein, der hinter einer Thujahecke beginnt, die an den Parkplatz grenzt. Der Fußweg führt bergab; dabei hält man sich links bis man die Wartungshalle des Yachthafens erreicht. Von den Stegen des Yachthafens aus (besser nach Erlaubnis fragen, wenn jemand da ist) kann man wieder auf den See schauen. Im Winter sind gelegentlich Meeresenten oder Rothalstaucher und oft auch Gänsesäger von hier aus zu beobachten.


 

Unterkunft:

Informationen erteilt der Tourismusverband "Starnberger Fünf-Seen-Land":

Postfach 1607, 82306 Starnberg

Telefon: 08151 / 90 60-0

Fax: 08151 / 90 60-90

 

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